Teamcoaching
- Situation
- Das Thema dieses Beitrags, geübt an Fällen aus Ihrer Einrichtung statt aus dem Lehrbuch.
Uneinheitliches Vorgehen ist der häufigste Befund in Teams, die sich einig glauben. So finden Sie es heraus, bevor es jemand anderes tut.
Eine Übung, die ich in Teamcoachings regelmäßig einsetze und die selten angenehm ist: Alle bekommen dieselbe kurze Fallbeschreibung und schreiben allein auf, wie sie reagieren würden. Danach wird verglichen.
In den meisten Teams liegen die Antworten weit auseinander. Nicht in Nuancen, sondern grundsätzlich. Die eine schickt den Jugendlichen aus dem Raum, der andere setzt sich dazu, die dritte informiert die Leitung, der vierte lässt es laufen, weil er die Vorgeschichte kennt.
Alle vier haben Gründe. Das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass keiner von ihnen weiß, was die anderen tun.
Nicht die Leitung. Die Jugendlichen, die Bewohner, die Klienten. Sie erleben täglich, dass dieselbe Handlung unterschiedliche Folgen hat, und sie ziehen daraus den naheliegenden Schluss: Es kommt darauf an, wer Dienst hat.
Von da an ist jede Regel eine Verhandlungsgrundlage. Und das Team wundert sich, warum die Absprachen nicht greifen.
Selten sind es die Regeln. Die stehen meist irgendwo und sind unstrittig. Uneinheitlich sind drei andere Dinge:
Ab wann etwas ein Vorfall ist. Die Schwelle, ab der jemand reagiert, liegt bei Menschen unterschiedlich. Das ist normal und wird selten besprochen.
Wer entscheidet. Manche fragen bei der Leitung nach, andere entscheiden selbst. Beides kann richtig sein, aber nicht gleichzeitig im selben Team.
Was nach der Reaktion kommt. Wird es dokumentiert? Erfährt es die nächste Schicht? Wird die Familie informiert? Hier gehen die Praktiken am weitesten auseinander.
Nehmen Sie drei echte Fälle aus den letzten Monaten. Jede Person schreibt allein auf, wie sie reagiert hätte. Dann vergleichen. Zwanzig Minuten, keine Vorbereitung.
Danach nicht diskutieren, wer recht hat. Festlegen, was ab jetzt gilt. Auch wenn es nicht die beste Lösung ist. Eine mittelmäßige Linie, die alle kennen, wirkt besser als eine ausgezeichnete, die jeder anders auslegt.
Vertiefung
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